Vierteiliger Essay zur Neapolitanischen Saga im Freitag

Für die Zeitung Der Freitag hat Michael Jäger einen großen, vierteiligen Essay mit dem Titel »Die Farbe Lila« über die Neapolitanischen Saga verfasst. Er versucht sich darin an einer Gesamtinterpretation der Tetralogie von Elena Ferrante.

»Beim ersten Lesen fällt man zwangsläufig darauf herein, weil der Roman so spannend ist, das Erzähltempo bei aller atmosphärischen und Detaildichte so hoch ist und man Nächte durchwacht, um möglichst schnell zu wissen, wie es ausgeht. Beim zweiten Lesen staunt man, was alles man überlesen hat … «

Im ersten Teil widmet er sich vor allem der Figur Lila: »Nicht nur am Anfang und am Ende, sondern alle vier Bücher hindurch ist sie eine völlig unwahrscheinliche Person, und das war es gerade, was mich veranlasst hat, die Tetralogie ein zweites Mal und dann sehr langsam zu lesen.«

Jäger ist nicht der Ansicht, dass es sich um eine realistische Erzählweise in der Tradition des 19. Jahrhunderts handelt, wie in vielen anderen Besprechungen der Romane behauptet wurde – Ferrante greife vielmehr »Ingeborg Bachmanns Frage auf, ob es eine spezifisch weibliche Autorposition gibt, und beantwortet sie neu und überraschend.«

Er erläutert dabei verschiedene Parallelen zwischen der Neapolitanischen Saga und Bachmanns Roman Malina, beginnend bei den Namen – Lila heißt eigentlich Lina, das aus ›Malina‹ hervorgehe – bis hin zur Suche nach »der eigenen Autor- oder vielmehr Autorinnenposition« im Text.

Ausgehend von dieser Beobachtung analysiert Jäger im zweiten Teil seines Essays den Fokus dieses genuin weiblichen Blicks von Ferrante, der sich »auf das Kapitalverhältnis so sehr wie auf das Mann-Frau-Verhältnis« richte und analysiert vor allem die Darstellung der 68er-Bewegung im dritten Band der Tetralogie.

Den dritten Teil widmet er den zahlreichen theologischen Motiven, die er in der Neapolitanischen Saga beobachtet. Durch die »heute nicht mehr vorhandene theologische Bildung « und »die scheinrealistische Darstellungsweise« werden diese, so Jäger, von Leserinnen und Lesern oft nicht wahrgenommen – dabei seien sie grundlegend für das Verständnis der Neapel-Tetralogie.

Der abschließende vierte Teil des Essays ist Nino vorbehalten, an dessen Figur Ferrante laut Michael Jäger auf komplexe Weise die Geschlechterverhältnisse verhandelt: »Gerade wo sie das Verhältnis zu Nino darstellt und damit exemplarisch das Problem des Zusammenseins der Geschlechter, zieht Ferrante den Nutzen daraus, dass Lila und Lenù zwei Personen und doch auch wieder nur eine sind.«

Mit der Lektüre des Essays können Sie hier beginnen »

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