»Neues aus Neapel«: Maike Albath über Elena Ferrantes neuen Roman

Der neue Roman von Elena Ferrante, La vita bugiarda degli adulti, ist erst vor wenigen Tagen auf Italienisch erschienen. Die Journalistin Maike Albath hat den Roman für die Süddeutsche Zeitung bereits gelesen.

Noch bevor der Titel bekannt gegeben wurde, veröffentlichte der italienische Verlag edizioni e/o die ersten Zeilen des Romans. Bereits diese zogen Albath in ihren Bann:

»Der Einstieg ist glänzend: Auf der ersten Seite lauscht Giovanna einem Gespräch, das nicht für ihre Ohren bestimmt ist. Die von Teenagerallüren befallene Tochter werde hässlicher und hässlicher, vertraut der charismatische Intellektuelle Andrea Trada, Lehrer für Geschichte und Philosophie, seiner Ehefrau Nella an, Latein- und Griechischlehrerin.«

Elena Ferrante stelle mit Giovanna eine weibliche Erzählerin in den Mittelpunkt, die die geschilderten Erlebnisse retrospektiv aufrolle. Ihr vierzigjähriges Ich blitze an einigen Stellen durch. Die Handlung setze allerdings ein, als die Erzählerin knapp dreizehn Jahre alt ist und ihren eigenen Vater, wie oben geschildert, über sich sprechen hört, so die Journalistin.

Der Vater sehe in Giovanna nicht seine eigene Tochter, sondern immer mehr seine eigene Schwester, die – im Gegensatz zu ihm – der neapolitanischen Unterschicht nicht entkommen sei. Das setze, so Albath, einen Emanzipationsprozess bei der Protagonistin in Gang. Giovanna beschließe, ihre Tante kennenzulernen. Diese rate ihr schließlich dazu, ihre Eltern und deren trügerische Fassade kultivierter Manieren einmal genau anzuschauen:

»Dieses Wilde, das in der Ursprungsfamilie des Vaters offener zutage tritt und eben auch in der Sexualität eine Rolle spielt, ist unheimlich und überwältigend zugleich.«

Durch die schuldhaften Verstrickungen der Erwachsenen verliere Giovanna ihre Kindheitsfreundinnen und ihre Schwestern, sie werde schließlich zur Eigenbrötlerin. Wie in den anderen Ferrante-Romanen entstehe bei der Lektüre »eine klaustrophobisch-bedrängende Atmosphäre, die in der vielschichtigen Psyche der Figuren ihren Ursprung hat.«

Die deutsche Übersetzung des neuen Romans von Elena Ferrante wird voraussichtlich den Titel Das lügenhafte Leben der Erwachsenen tragen und im Herbst 2020 erscheinen.

Den vollständigen Artikel von Maike Albath in der Süddeutschen Zeitung können Sie hier nachlesen »

Zuletzt erschien im Suhrkamp Verlag die Neuausgabe des Romans Tage des Verlassenwerdens.

SCHLAGWÖRTER: Gelesen und Geliebt
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