Interview mit der Buchhändlerin und Bloggerin Jacqueline Masuck

Jacqueline Masuck ist leidenschaftliche Leserin. Als Buchhändlerin empfiehlt sie in der Belletristik-Abteilung einer großen Berliner Buchhandlung Bücher, auf ihrem Blog masuko13 bespricht sie vor allem Romane. Wir haben mit ihr über Elena Ferrante, die Neapolitanische Saga und die perfekte Lesesituation gesprochen.

Interview mit Jacqueline Masuck

Sprichst Du als Buchhändlerin anders über Bücher, als Du es als Bloggerin tust?
Einen Unterschied gibt es vielleicht. Da ich beim direkten Kontakt mit den Kunden oft viel weniger Zeit habe, um meine Begeisterung weiterzugeben, bin ich dann impulsiver, emotionaler. Ein Buch ausführlich zu beschreiben – das geht nur auf dem Blog. Da denkt man länger über einen Satz nach. Inhaltlich gibt es aber keinen Unterschied. Ich sehe meinen Blog ja auch als Erweiterung meiner Tätigkeit als Buchhändlerin – nämlich Bücher zu empfehlen, die ich mit Leidenschaft gelesen habe.

In welchem Kontext hast Du zum ersten Mal von Elena Ferrante gehört?
Es war ein Abend mit dem Suhrkamp Verlag. Was ich da erzählt bekam, das klang äußerst geheimnisvoll. Eine vierteilige Neapel-Saga um zwei Freundinnen über viele Jahrzehnte. All dies in einem politisch und gesellschaftlich spannendem Kontext … Der Name Elena Ferrante hatte sich mir dann auch sofort eingeprägt.

Was ist Deiner Meinung nach das Erfolgsgeheimnis der Neapolitanischen Saga?
Elena Ferrante entführt uns in diesen kleinen Kosmos »Neapel«, lässt uns durch die engen Gassen laufen und den Sound der Stadt spüren. Ihre Figuren sind nicht glatt und perfekt, sie agieren selten nach den Erwartungen des Lesers. Genau dadurch aber wirken sie sehr menschlich. Zusätzlich funktioniert bei der vierteiligen Saga vielleicht auch dieser Kick nach der Fortsetzung. Wie bei einer guten Fernsehserie.

Würdest Du die Bücher der Neapel-Tetralogie jedem empfehlen oder woran erkennst Du potenzielle Ferrante-Fans in der Buchhandlung?
Die meisten Ferrante-Fans sind Frauen. Ich bemerke immer wieder, dass Männer doch nach anderen Themen suchen. Oder sie suchen Ferrante für ihre Frau. Ein einziges Mal hatte ich ein Gespräch mit einem jungen Mann, der sehr begeistert von Meine geniale Freundin war und ungeduldig auf die Fortsetzung wartete.

Wo und wann sollte man Ferrantes Neapolitanische Saga am besten lesen?
Unbedingt ein paar Tage am Stück einplanen! Sich diese Zeit nehmen, damit das Buch intensiv wirken kann! Der Kosmos Neapel entfaltet sich dann mit seinen Figuren kraftvoll und in voller Schönheit. Ich habe Die Geschichte eines neuen Namens beispielsweise in drei Tagen auf meinem Sofa verschlungen … ein bleibendes Erlebnis. Das werde ich wieder so machen! Oder entspannt im Liegestuhl unter der Sommersonne.

Welche Rolle spielt es für Dich, dass die Romane unter einem Pseudonym veröffentlicht werden?
Es klang anfangs geheimnisvoll, dass niemand wusste, wer diese Elena Ferrante wirklich ist. Das verändert aber nicht meine Meinung zum Buch oder seinem Inhalt. Wenn eine Autorin anonym bleiben möchte, dann respektiere ich das.

Bald erscheint der dritte Band der Reihe – macht sich die Vorfreude schon bemerkbar?
Ja, viele Kunden fragen bereits nach der Fortsetzung und zwar seit Mai. Auch ich spüre langsam ein wenig Aufregung, wie es mit Elena und Lila weiter gehen wird.

Dussmann_Bd1Bd2

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