Elena Ferrante und Karl Ove Knausgård

In der internationalen Gegenwartsliteratur verzeichnen seit einigen Jahren monumentale, mehrbändige Prosawerke große Erfolge. Julika Griem hat im MERKUR zwei der prominentesten Vertreter, Elena Ferrantes vierteilige Neapolitanische Saga und Karl Ove Knausgårds Min Kamp-Projekt, das sechs Bände umfasst, vergleichend analysiert.

Bei einer oberflächlichen Betrachtung würden, so Griem, vor allem die Unterschiede zwischen Ferrantes und Knausgårds epischen Großprojekten deutlich. Während bei Knausgård das Roman-Ich mit dem Autor Knausgård gleichgesetzt und die Min Kamp-Reihe als besonders authentische Bekenntnisliteratur wahrgenommen werde, veröffentlicht Elena Ferrante die Neapoltianische Tetralogie unter einem Pseudonym und lehnt eine biographistische Lesart der Romane damit bewusst ab. Auch aus geschlechterpolitischer Perspektive könnten die Prosawerke von Knausgård und Ferrante kaum gegensätzlicher sein:

»Ferrante verkörpert die Tradition von Schriftstellerinnen, die unter Pseudonym gearbeitet haben, und gilt als Vertreterin einer ›ecriture féminine‹, die Themen wie Mutterschaft und häusliche Arbeit literaturfähig macht. Knausgård steht für eine machistische Selbststilisierung, die von der schwedischen Feministin Ebba Witt-Brattström attackiert und von Siri Hustvedt als Verbeugung vor einem exklusiv männlichen Kanon kritisiert wurde. Der norwegische Autor provoziert in der Tat mit seitenlangen Leselisten, auf denen als einziger weiblicher Name Julia Kristeva auftaucht.«

Eine Gemeinsamkeit der mehrbändigen Prosawerke sieht Griem in der erzählerischen Form der »epischen Totalität«, die Elena Ferrante und Karl Ove Knausgård jeweils mit unterschiedlichen literarischen Mitteln zu erreichen suchen. Ästhetisch entfalte sich durch die Lektüre von Ferrante und Knausgård »eine Eigenzeit, in der sich der spezifische Sound dieser beiden Großerzählungen so ausfüllend entfaltet, dass ihr Volumen sich massiv und durchlässig zugleich im Alltag der Lesenden einnistet.«

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Spoiler-Hinweis: Bitte beachten Sie, dass der Artikel teilweise auf inhaltliche Entwicklungen in den späteren Bänden der Neapolitanischen Saga eingeht.

SCHLAGWÖRTER: Gelesen und Geliebt
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