Elena Ferrante liest Jane Austen

Es gibt nur wenige Interviews mit Elena Ferrante. Wenn sie sich aber zu Wort meldet, geht es immer auch um Lesegewohnheiten und Texte, die sie geprägt haben. Im deutschen Interview, das 2016 im SPIEGEL veröffentlicht wurde, teilte die Autorin mit, vor allem von der Literatur des 19. Jahrhunderts beeinflusst worden zu sein:

»Ich habe viel gelesen, aber nur das, was ich in der ziemlich veralteten Bibliothek bei uns gleich um die Ecke gefunden habe. Das 20. Jahrhundert trat erst in mein Leben, als ich 16 war.«

Eine besondere Rolle nimmt dabei das Werk von Jane Austen ein. In einem Vorwort für eine englische Ausgabe von Verstand und Gefühl, das in Auszügen im Guardian veröffentlicht wurde, bekundet Ferrante, schon als fünfzehnjähriges Mädchen von der anonymen Veröffentlichung der Bücher beeindruckt gewesen zu sein. Fasziniert sei sie von den Dialogen und Gesprächen, die in ihrem Scharfsinn, ihrer Intelligenz und all ihrer dramatischen Wucht denen von Shakespeare in nichts nachstünden.

Im Interview mit Ferrantes italienischen Verlegern Sandro und Sandra Ferri, das im Frühjahr 2015 in der Paris Review veröffentlicht wurde, nannte die Autorin Austens Werk einen herausragenden Höhepunkt des frühen weiblichen Schreibens und betonte, dass ihre Bücher eine außergewöhnlich wertvolle Grundlage für das literarische Schaffen von Frauen darstellen.

Ferrante erklärte zudem in einem Gespräch mit der Schriftstellerkollegin Nicola Lagioia, eine weitere Gemeinsamkeit mit ihrem Vorbild:

»Writing is an act of pride. I’ve always known that, and so for a long time I hid the fact that I was writing, especially from the people I loved. I was afraid of exposing myself and of others’ disapproval. Jane Austen organized herself so that she could immediately hide her pages if someone came into the room where she had taken refuge. It’s a reaction I’m familiar with: you’re ashamed of your presumptuousness, because there is nothing that can justify it, not even success. «

Spuren von Jane Austens Werk finden sich übrigens, so einige Kritiker, in Ferrantes Neapolitanischer Saga. In einer Rezension zu Meine geniale Freundin in der Zeitschrift The Australian aus dem Jahr 2013 hieß es: »Stellen Sie sich vor, Jane Austen wäre ausgerastet, und Sie haben eine Ahnung von der Sprengkraft dieser Romane.«

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Zum 200. Todestag Jane Austens hat der Insel Verlag vier ihrer Werke neu herausgegeben. Die von Kat Menschik illustrierten Ausgaben finden Sie hier »

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