Die Familien der Neapolitanischen Saga. Teil 3: Die Carraccis

In dieser Reihe stellen wir wöchentlich eine Familie aus Elena Ferrantes Neapolitanischer Saga Meine geniale Freundin vor. Der dritte Teil ist der Familie Carracci gewidmet.

Familienporträt

»Jedes Geräusch – Schritte oder Stimmen – war Don Achille, der uns einholte oder uns entgegenkam, mit einem großen Messer, so einem, mit dem man Hühnern die Brust aufschlitzt. Es roch nach frittiertem Knoblauch. Maria, Don Achilles Frau, würde mich mit siedendem Öl in der Pfanne braten, seine Kinder würden mich verschlingen, und er würde meinen Kopf auslutschen, wie mein Vater es mit den Meerbarben tat.«

Don Achille Carracci  löst »Angst und Hass« bei den Bewohnern des Rione aus. Er ist Besitzer einer Salumeria, vor allem aber ist er bekannt als Kreditgeber für in Geldnot geratene Nachbarn.
Auch Elena und Lila fürchten Don Achille, für sie ist er der »Unhold aus den Märchen«, der ihre Puppen gestohlen hat. Die Mädchen entscheiden sich daher, einen Besuch bei ihm zu wagen, obwohl ihnen ihre Eltern den Umgang mit den Carraccis verboten haben. Die Begegnung wird zum Initiationsmoment für die Freundschaft zwischen Elena und Lila.

Zu ihrer Überraschung treten die Fantasien nicht ein, denn Signor Carracci zeigt sich als »gewöhnlicher Mensch«:

»Ich konnte es nicht fassen, dass wir dort standen, vor Don Achille, dass Lila auf diese Weise mit ihm sprach und er sie verblüfft anstarrte, während im Hintergrund Alfonso, Stefano und Pinuccia zu sehen waren und auch Donna Maria, die den Tisch fürs Abendbrot deckte. Ich konnte nicht fassen, dass er ein gewöhnlicher Mensch war, ein bisschen klein, ein bisschen kahlköpfig, ein bisschen unförmig, doch gewöhnlich.«

Don Achilles Sohn Alfonso, »ein sehr gepflegter Junge […], der für seine sieben Jahre ausgesprochen klein war«, geht in die selbe Klasse wie Lila und Elena. Sein ältester Bruder Stefano und seine Schwester Pinuccia arbeiten später in der Salumeria des Vaters, die durch die Mitarbeit der Mutter Donna Maria, einer Frau mit »ausgesprochen liebenswürdigen Umgangsformen«, zu einem echten Familienbetrieb und Treffpunkt für die Bewohner des Rione wird.

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